đź’ˇ Die wichtigsten Fakten zur Forschungszulage auf einen Blick.

Welche 6 Tipps helfen wirklich, die Forschungszulage sicher und effizient zu nutzen?

Datum: 25. Januar 2026

TL;DR – Zusammenfassung

Der Prozess im Ăśberblick

  • 1PrĂĽfe systematisch alle F&E-Vorhaben (auch rĂĽckwirkend) – oft liegt Potenzial in bereits laufenden oder abgeschlossenen Projekten.
  • 2Stelle die F&E-Kriterien sauber dar (Neuartigkeit, Unsicherheit, Systematik etc.) – das ist der Kern jeder erfolgreichen Bescheinigung.
  • 3Dokumentiere „von Anfang an“: Arbeitsplan, Meilensteine, Nachweise und stundenbasierte Zeiterfassung sind entscheidend.
  • 4Erfasse förderfähige Kosten korrekt (Personal, Eigenleistungen, Auftragsforschung) und vermeide typische Fehler bei Abgrenzungen.
  • 5Plane das 2‑Stufen-Verfahren (BSFZ + Finanzamt) organisatorisch und zeitlich realistisch – inkl. Zuständigkeiten.
  • 6Nutze Expertise, wenn es komplex wird – z. B. fĂĽr Projektbeschreibung, Kostenlogik und Prozesssicherheit.

Die sichere und effiziente Nutzung der Forschungszulage gelingt durch eine systematische Prüfung aller Projekte (auch rückwirkend), präzise Darstellung der F&E-Kriterien, lückenlose Dokumentation und Zeiterfassung sowie eine saubere Kostenzuordnung. Ein strukturiertes Vorgehen im 2-Stufen-Verfahren und die frühzeitige Einbindung von Technik und Finance sind dabei entscheidend.

Die Forschungszulage ist für viele Unternehmen in Deutschland eine der attraktivsten, planbarsten und zugleich unterschätzten Fördermöglichkeiten für Forschung und Entwicklung (F&E). Sie ist branchenoffen, kann rückwirkend genutzt werden und belohnt F&E‑Investitionen über eine steuerliche Ermäßigung – doch in der Praxis scheitert es häufig an Details: unklarer Projektlogik, fehlender Dokumentation oder falsch erfassten Aufwänden.

In diesem Beitrag erhältst Du 6 praxiserprobte Tipps, die nicht nur die Beantragung, sondern die gesamte Nutzung der Forschungszulage abdecken – von der Projektauswahl über Nachweise bis zur sauberen Kosten- und Prozessorganisation. Als Team von dieforschungszulage.de begleiten wir Unternehmen regelmäßig durch genau diese Stolpersteine – und zeigen Dir hier, wie Du die Forschungszulage strukturiert, sauber und effizient angehst.


Tipp 1: Prüfe alle Projekte – auch rückwirkend (und priorisiere smart)

Viele Unternehmen denken bei Forschungszulage nur an „das nächste große Projekt“. Dabei liegt der größte Hebel oft in einer systematischen Bestandsaufnahme:

  • laufende Projekte
  • geplante Projekte
  • bereits abgeschlossene Projekte
  • Projekte mit „F&E‑Kern“, auch wenn das Gesamtprojekt größer ist

Wichtig: Die Forschungszulage kann rückwirkend für F&E‑Tätigkeiten genutzt werden, die nach dem 01.01.2020 begonnen wurden. Gerade hier wird Potenzial verschenkt – weil Unterlagen nicht mehr rekonstruierbar sind oder Fristen verpasst werden.

Praxis-Tipp: Starte mit Projekten, bei denen die Faktenlage besonders klar ist (z. B. abgeschlossen, dokumentiert, eindeutiger technischer Fortschritt). Das reduziert Schätzungen und macht den Prozess deutlich stabiler.

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Tipp 2: Mache die F&E-Kriterien „prüfbar“ – nicht nur „beschreibbar“

Der häufigste Grund für Nachforderungen oder Ablehnungen ist keine schlechte Idee – sondern eine unpräzise Darstellung dessen, warum es F&E ist.

Für die Bescheinigung zählt nicht, ob ein Projekt „innovativ klingt“, sondern ob es nachweisbar F&E‑Charakter hat. In der Praxis solltest Du Deine Projektlogik entlang typischer Prüfkriterien strukturieren, z. B.:

  • Neuartigkeit: Was ist neu – und in welchem Bezug (technisch/wissenschaftlich)?
  • Unsicherheit/Ergebnisoffenheit: Was ist nicht sicher lösbar? Wo kann es scheitern?
  • Systematik: Vorgehensmodell, Arbeitsplan, Meilensteine
  • Schöpferischer Charakter: Warum ist es mehr als Routine/Implementierung?
  • Reproduzierbarkeit/Ăśbertragbarkeit: Welche Erkenntnisse lassen sich ableiten?

Wichtig: Routinetätigkeiten, reine Standard-Weiterentwicklungen, Rollouts, Betrieb/DevOps „ohne Erkenntnisgewinn“ oder Marktforschung sind typischerweise nicht förderfähig. Entscheidend ist die Abgrenzung des F&E‑Kerns.

Offizielle Orientierung:


Tipp 3: Setze auf eine belastbare Projektbeschreibung – mit den richtigen Personen

Die Projektbeschreibung ist das Herzstück der 1. Stufe (Bescheinigung). Gleichzeitig ist sie oft ein interner Blind Spot: Fachabteilungen schreiben zu technisch, Finance schreibt zu abstrakt – und am Ende fehlt die prüfbare F&E‑Logik.

So baust Du es richtig auf:

  1. Problem & Ausgangslage (Stand der Technik / Grenzen des Bekannten)
  2. Zielbild (was soll technisch erreicht werden?)
  3. Unsicherheiten & Risiken (warum ist der Lösungsweg offen?)
  4. Vorgehensweise / Arbeitsplan (systematisch, in Arbeitspaketen)
  5. Erwartete Ergebnisse (Prototyp, Verfahren, System, Algorithmus etc.)

Wer muss an den Tisch?

  • technische Projektleitung (z. B. Lead Engineer, R&D‑Leitung)
  • Controlling/Finance fĂĽr Kostenlogik
  • Steuerberatung (spätestens fĂĽr die 2. Stufe)

Bei dieforschungszulage.de (u. a. mit der Expertise von Erich Lehmann) sehen wir regelmäßig: Sobald Technik und Finance früh gemeinsam arbeiten, steigen Qualität, Geschwindigkeit und Erfolgsquote signifikant.


Tipp 4: Dokumentation ist kein „Papierkram“ – sie ist Dein Sicherheitsnetz

Die Forschungszulage ist kein reines „Formular-Thema“. Wer die Nachweise nicht im Griff hat, riskiert Rückfragen, Verzögerungen oder finanzielle Kürzungen – selbst bei grundsätzlich förderfähigen Projekten.

Was Du dokumentieren solltest (praxisnah)

A) Projektnachweise (formfrei, aber nachvollziehbar):

  • Projekt- und Architekturunterlagen
  • Testberichte, Messdaten, Versuchsergebnisse
  • Protokolle, Reviews, Designs, Spezifikationen
  • Fotos/Skizzen/Prototypen-Dokumentation
  • technische Entscheidungen (inkl. „Warum nicht anders?“)

B) Zeiterfassung / Stundenaufzeichnungen (kritisch fĂĽrs Finanzamt):

  • pro Mitarbeiter
  • pro Tag
  • pro Projekt / Arbeitspaket
  • zeitnah gefĂĽhrt (nicht Monate später „rekonstruiert“)

Praxis-Tipp: Integriere Nachweise in bestehende Systeme (z. B. Jira/Confluence/Git, ERP/Zeiterfassung). Entscheidend ist, dass Deine Dokumentation zeitgestempelt, plausibel und prüfbar bleibt.

Offiziell relevant (1. Stufe): Die Bescheinigung läuft über die zuständige Stelle – Startpunkt ist das Portal unter:


Tipp 5: Erfasse die förderfähigen Kosten sauber – und vermeide typische Abgrenzungsfehler

Viele Unternehmen verlieren Förderung, weil sie Kosten falsch zuordnen oder vorschnell ausschließen. Gleichzeitig werden manchmal Kosten angesetzt, die nicht förderfähig sind – und das erzeugt später unnötige Rückfragen.

Typische Kostenkategorien (je nach Einzelfall):

  • Personalkosten fĂĽr Mitarbeitende, die direkt im F&E‑Vorhaben tätig sind
  • Eigenleistungen (relevant v. a. bei Einzelunternehmern)
  • Auftragsforschung / ausgelagerte F&E‑Leistungen (mit spezifischen Regeln)

Häufige Fehler:

  • F&E‑Zeit wird nicht sauber von Routine/Support getrennt
  • Zeiterfassung fehlt oder ist zu grob („20% pauschal“ ohne Nachweislogik)
  • externe Leistungen werden falsch eingeordnet (z. B. Freelancer/Leiharbeit vs. Auftragsforschung)
  • Kosten werden nicht dem richtigen Wirtschaftsjahr zugeordnet

Praxis-Tipp: Erstelle früh eine einfache „Kostenlandkarte“:

  • Welche Rollen sind F&E‑nah?
  • Welche Arbeitspakete sind F&E‑Kern?
  • Welche Nachweise gibt es je Arbeitspaket?

So verbindest Du technische Argumentation mit Kostenlogik – genau das mögen Prüfinstanzen.

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Tipp 6: Denke in Prozessen: 2‑Stufen-Verfahren, Rollen, Timing – und „Plan B“

Die Forschungszulage läuft praktisch in zwei Phasen:

  1. Bescheinigung: Nachweis, dass es sich um ein F&E‑Vorhaben handelt (inhaltlicher Fokus)
  2. Festsetzung beim Finanzamt: Geltendmachung der tatsächlichen Aufwendungen pro Wirtschaftsjahr (zahlen-/nachweisgetrieben)

Das klingt einfach, wird aber organisatorisch oft unterschätzt.

So machst Du es planbar

  • Definiere Verantwortlichkeiten (Projektowner, Finance, Steuerberatung, ggf. externer Spezialist)
  • Plane Vorlauf fĂĽr Text, Unterlagen, Abstimmungen und eventuelle RĂĽckfragen
  • Beantrage je Wirtschaftsjahr sauber – und achte auf Chronologie und Vollständigkeit
  • Halte Fristen im Blick, besonders bei rĂĽckwirkenden Vorhaben

Was, wenn etwas schiefgeht?

Ablehnungen passieren – häufig, weil Kriterien nicht klar genug dargestellt sind. Dann ist oft nicht „das Projekt“ das Problem, sondern die Argumentationslinie. (Erfahre hier mehr darüber, was du bei einer Ablehnung der Forschungszulage konkret tun kannst). Ein strukturierter Review (technisch + formal) ist hier der schnellste Weg zu einer belastbaren Neufassung bzw. Klärung.

Wenn Du UnterstĂĽtzung suchst:

Auf dieforschungszulage.de findest Du praxisnahe Hilfe, um Projekte einzuordnen, Unterlagen zu strukturieren und den Prozess effizient aufzusetzen – gerade wenn Du intern wenig Zeit oder Erfahrung hast.


Fazit: Forschungszulage lohnt sich – wenn Du sie als System aufsetzt, nicht als Einmal-Aktion

Die Forschungszulage ist kein „Nice-to-have“, sondern kann ein echter Liquiditäts- und Wachstumshebel sein – besonders für Unternehmen mit kontinuierlicher Entwicklung, Prototyping, Experimenten oder technologischer Unsicherheit.

Die 6 wichtigsten Erfolgsfaktoren sind:

  1. Projekte vollständig und strategisch prüfen
  2. F&E‑Kriterien prüfbar machen
  3. Projektbeschreibung mit Technik & Finance gemeinsam bauen
  4. Dokumentation und Zeiterfassung frĂĽh integrieren
  5. Kosten korrekt und nachvollziehbar erfassen
  6. Prozess, Rollen und Timing im 2‑Stufen-System sauber organisieren

Hast Du noch Fragen zu diesem Thema?

Gerne besprechen wir Deinen konkreten Fall in einer kostenlosen Erstberatung. Wir finden in wenigen Minuten heraus, wie viel Förderung Du für Dein Unternehmen erhalten kannst.

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