Forschungszulage für Maschinenbau-Unternehmen
TL;DR – Zusammenfassung
Im Maschinen- und Anlagenbau steckt Forschung und Entwicklung oft nicht im „Labor“, sondern direkt in Konstruktion, Software, Fertigung und Inbetriebnahme: neue Maschinenkonzepte, neuartige Steuerungen, Automatisierung, Robotik, digitale Zwillinge, Leichtbau, KI-gestützte Qualitätssicherung. Genau hier setzt die Forschungszulage an – als steuerliche FuE-Förderung, die sich im Maschinenbau bereits in der Praxis bewährt hat: Bis Ende Januar 2024 wurden aus der Branche 4.507 Vorhaben eingereicht; 85,9 % davon wurden positiv oder teilpositiv beschieden. Das ist eine außergewöhnlich hohe Quote – und macht die Forschungszulage zu einem der planbarsten Förderinstrumente für FuE im Maschinenbau (ZEW/VDMA-Studie 2024, PDF). (ZEW-PDF) (zew.de)
1) Warum die Forschungszulage gerade im Maschinenbau so stark ist
Der Maschinen- und Anlagenbau ist eine der aktivsten Nutzerbranchen der Forschungszulage. Laut ZEW/VDMA-Studie (Stand Ende Januar 2024) gilt:
- 1.588 Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau haben Anträge gestellt. (ZEW-PDF) (zew.de)
- Insgesamt wurden 4.507 Vorhaben eingereicht (das sind 17,0 % aller Vorhaben in Deutschland – Branchen-Spitze). (ZEW-PDF) (zew.de)
- 85,9 % der Vorhaben wurden positiv/teilpositiv beschieden. (ZEW-PDF) (zew.de)
- Es wurden 1,47 Mrd. € förderfähige FuE-Aufwendungen in positiv/teilpositiv beschiedenen Vorhaben geltend gemacht. (ZEW-PDF) (zew.de)
- Das (hochgerechnete) jährliche Fördervolumen für die Branche liegt bei rund 200 Mio. € – bei einem Potenzial von ca. 800 Mio. € pro Jahr ist also weiterhin viel Luft nach oben. (ZEW-PDF) (zew.de)
Was ich daraus ableite: Es gibt Geld – aber es wird nicht automatisch abgeholt. Viele Maschinenbauer verzichten nicht wegen fehlender FuE, sondern wegen Unsicherheit, Aufwand und fehlender interner Ressourcen. Genau dort setze ich in der Praxis an.
2) Wie hoch ist die Förderung? (Stand 2026 – mit klaren Zahlen)
Die Forschungszulage ist eine steuerliche Förderung: Sie mindert die Steuerlast oder kann – je nach Situation – ausgezahlt werden.
Aktuelle Systematik (Grundprinzip)
- Fördersatz: grundsätzlich 25 % der förderfähigen FuE-Aufwendungen.
- KMU erhalten 35 %.
- Der Maschinenbau nutzt das Instrument Forschungszulage, weil es nicht branchen- oder themengebunden ist – entscheidend ist die FuE-Qualität des Vorhabens.
Wichtige Erweiterungen seit 2024 (und ab 2026 besonders relevant)
- Bemessungsgrundlage bis 10 Mio. € pro Jahr (für Aufwendungen nach dem 27.03.2024 und vor dem 01.01.2026). (dieforschungszulage.de)
- Ab 01.01.2026 steigt die Bemessungsgrundlage auf 12 Mio. € (für Aufwendungen, die nach dem 31.12.2025 entstehen). (dieforschungszulage.de)
- Auftragsforschung: 70 % anrechenbar (statt 60 %). (dieforschungszulage.de)
- Abschreibungen auf bewegliche Wirtschaftsgüter (z. B. Maschinen, Mess- und Testequipment) können förderfähig sein – wenn projektbezogen und exklusiv genutzt (Details unten). (dieforschungszulage.de)
- Neu ab 2026: Gemeinkostenpauschale 20 % (für Vorhaben, die nach dem 31.12.2025 beginnen) – ein echter Hebel für viele Maschinenbauer, weil damit zusätzliche Gemein- und Betriebskosten pauschal berücksichtigt werden. (dieforschungszulage.de)
- Neu ab 2026: Eigenleistungen (Einzelunternehmer / Mitunternehmerschaften): 100 €/h (max. 40h/Woche). (dieforschungszulage.de)
Maximalbeträge (Faustformel, wie ich sie im Maschinenbau 2026 kommuniziere)
- KMU: bis zu 4,2 Mio. € pro Jahr
- Nicht-KMU/Großunternehmen: bis zu 3,0 Mio. € pro Jahr (vci.de)
Diese Größenordnungen sind der Grund, warum ich die Forschungszulage im Maschinenbau als „Cashflow-Hebel“ bezeichne: Sie ist rückwirkend, nicht rückzahlbar und bei sauberer Darstellung planbar.
3) Was gilt im Maschinenbau als förderfähiges FuE-Vorhaben?
Die BSFZ prüft keine „Innovation nach Marketing“, sondern FuE nach Kernkriterien. Praxisnah übersetzt:
- Neuheit (für Dein Unternehmen/den Stand der Technik)
- Technische Unsicherheit (es ist offen, ob und wie es funktioniert)
- Planmäßigkeit (strukturierter Entwicklungsprozess)
Förderfähige Beispiele im Maschinenbau
Förderfähige Beispiele im Maschinenbau
- Entwicklung eines energieeffizienten Greifers/Endeffektors mit neuem Sensorsystem
- Neue Prüftechnik/Prüfstände mit variabler Lastregelung
- Integration von Machine Learning zur Fehlererkennung in Fertigungsprozessen
- Additive Fertigung mit neuen Werkstoffen oder Prozessparametern
- Neuartige Antriebs- oder Steuerungskonzepte, digitale Zwillinge, hochdynamische Regelung
Wichtig: Es muss nicht „bahnbrechend“ sein. Auch „kleine“ technische Durchbrüche sind förderfähig – wenn die Unsicherheit und der systematische Lösungsweg sauber erklärt sind.
4) Welche Kosten sind im Maschinenbau förderfähig?
Im Maschinenbau entscheidet die Kostenlogik oft über die Höhe der Förderung. Typischerweise sind förderfähig:
4.1 Personalkosten (der wichtigste Block)
- Arbeitszeit von Entwickler:innen, Konstrukteur:innen, Techniker:innen, Software/Automation etc.
- Voraussetzung: FuE-Bezug + nachvollziehbare Zuordnung
Praxisfalle: Das ZEW/VDMA-Gutachten nennt die Dokumentation der FuE-Personalkosten als größte Herausforderung beim Finanzamt (u. a. Zeiterfassung, Personalkostensätze). Genau hier entscheiden Prozesse über Tempo und Rückfragen. (ZEW-PDF) (zew.de)
4.2 Auftragsforschung / externe FuE
- Forschungs- und Entwicklungsaufträge an Hochschulen, Institute oder Entwicklungsdienstleister
- Anrechenbarer Anteil der Auftragskosten:
- 60 % (für Aufwendungen bis 27.03.2024)
- 70 % (für Aufwendungen ab 28.03.2024)
- Wichtig: Als Auftragsforschung werden nur FuE-Aufträge berücksichtigt, wenn der Auftragnehmer seinen Sitz in der EU bzw. im EWR hat (dieforschungszulage.de)
4.3 Maschinen/Anlagen (seit 2024: im Maschinenbau oft ein „Game Changer“)
- Abschreibungen auf abnutzbare, bewegliche Wirtschaftsgüter (z. B. Maschine, Messtechnik, Testequipment) können förderfähig sein,
- wenn sie nach dem 27.03.2024 angeschafft/hergestellt wurden,
- ausschließlich für das konkrete FuE-Projekt genutzt werden,
- und nur die Abschreibung im Projektzeitraum angesetzt wird (nicht der Kaufpreis). (dieforschungszulage.de)
4.4 Eigenleistungen (Einzelunternehmer / Mitunternehmerschaften)
- 70 €/h für Tätigkeiten bis 31.12.2025 (max. 40h/Woche)
- 100 €/h für Tätigkeiten ab 01.01.2026 (max. 40h/Woche) (dieforschungszulage.de)
4.5 Neu ab 2026: Gemeinkostenpauschale (20 %)
Für Vorhaben, die nach dem 31.12.2025 beginnen, können zusätzlich Gemein- und sonstige Betriebskosten pauschal mit 20 % der übrigen förderfähigen Aufwendungen berücksichtigt werden. Das reduziert in der Praxis oft den „Beleg- und Zuordnungsstress“ und macht die Förderung im Maschinenbau nochmal attraktiver. (dieforschungszulage.de)
5) Was ist nicht förderfähig? (die typischen Maschinenbau-Irrtümer)
Die häufigsten Missverständnisse, die ich in Erstgesprächen sehe:
- „Wir haben eine Maschine gekauft – das muss doch FuE sein.“
→ Nein: Investition in eine Standardmaschine für Produktion ist nicht FuE. Förderfähig sind nur projektbezogene Abschreibungen bei exklusiver FuE-Nutzung (und ab Stichtag 27.03.2024).
- „Wir verbessern nur ein bestehendes Produkt, das ist nicht innovativ genug.“
→ Falsch: Wenn Du eine technische Unsicherheit löst (z. B. Regelung, Genauigkeit, Taktzeit, Materialverhalten, Prozessstabilität), kann es FuE sein.
- „Wir dokumentieren am Ende – wird schon reichen.“
→ Häufig kritisch: Nachträgliche Rekonstruktion von Ziel, Unsicherheit, Versuchen und Zeiten führt zu Rückfragen oder Ablehnungen.
6) Ablauf: So beantragen Maschinenbauer die Forschungszulage (ohne Umwege)
Der Prozess besteht aus zwei Stufen:
- BSFZ-Bescheinigung: Technische Bewertung des Vorhabens (FuE-Kriterien)
- Finanzamt (ELSTER): Kostenmeldung und Festsetzung/Auszahlung
Realistische Dauer
In vielen Fällen liegt der Gesamtprozess bei ca. 3 Monaten – bei Rückfragen länger.
ZEW/VDMA-Praxisbefund: Bei etwa jedem zweiten Unternehmen gab es beim Finanzamt Nachfragen oder es wurden zusätzliche Unterlagen angefordert. Das ist kein Grund, es nicht zu machen – aber ein klarer Grund, es sauber aufzusetzen. (ZEW-PDF) (zew.de)
7) Was die Zahlen wirklich zeigen: Die Forschungszulage wirkt im Maschinenbau
Die VDMA-Umfrage (Anfang 2024) zeigt sehr deutlich, wofür die Mittel genutzt werden:
- 93 % der Unternehmen setzen die Mittel für FuE-Aktivitäten ein. (ZEW-PDF) (zew.de)
- 55 % finanzieren damit zusätzliche FuE-Aktivitäten. (ZEW-PDF) (zew.de)
- 12 % stellen zusätzliches FuE-Personal ein. (ZEW-PDF) (zew.de)
- 71 % erwarten zusätzliche Umsätze aus den durch die Forschungszulage finanzierten FuE-Aktivitäten. (ZEW-PDF) (zew.de)
- Nur 15 % erwarten zusätzliche Investitionen (typisch: viele Vorhaben sind marktnah und stärken bestehende Produktlinien). (ZEW-PDF) (zew.de)
Mein Fazit: Die Forschungszulage ist kein „nice to have“, sondern im Maschinenbau oft ein direkter Umsatz- und Wettbewerbshebel – gerade in konjunkturell schwierigen Phasen.
8) Warum dieforschungszulage.de im Maschinenbau den Unterschied macht (mit Zahlen)
Wenn Maschinenbauer zu mir kommen, geht es fast nie um „ob förderfähig“, sondern um wie schnell, wie sicher und wie hoch.
Was Du bei dieforschungszulage.de konkret gewinnst (messbar):
- Bis zu 4,2 Mio. € pro Jahr (KMU) bzw. bis zu 3,0 Mio. € pro Jahr (Nicht-KMU) als steuerliche Förderung – wir holen die Zulage so, dass sie prüfbar und planbar ist. (vci.de)
- Weniger Rückfragen durch strukturierte Vorhabensprache (BSFZ) und belastbare Kostenlogik (Finanzamt/ELSTER) – genau dort, wo laut VDMA/ZEW die meisten Unternehmen kämpfen (Personalkosten-Nachweise, Zeiterfassung, Unterlagenanforderungen). (ZEW-PDF) (zew.de)
- Zeitgewinn durch klare Vorlagen, saubere Projektabgrenzung und schlanke Dokumentation, damit Dein Team nicht Wochen in Formulierungen und Nacharbeiten verliert.
Wenn Du möchtest, prüfen wir im Erstgespräch konkret:
- Welche Deiner aktuellen Entwicklungsprojekte sofort als FuE-Vorhaben geeignet sind,
- welche Kostenblöcke (Personal, Auftragsforschung, Abschreibungen, Gemeinkostenpauschale ab 2026) realistisch ansetzbar sind,
- und wie Du die Dokumentation so aufsetzt, dass sie BSFZ und Finanzamt standhält.
Maschinenbau-FuE ist oft förderfähig – aber nur, wenn man es richtig aufsetzt
Die Zahlen aus dem Maschinen- und Anlagenbau sprechen eine klare Sprache: hohe Nutzung, hohe Bewilligungsquote, starke Wirkung auf marktorientierte FuE und erwartete Mehrumsätze. Gleichzeitig bleibt Potenzial liegen – vor allem wegen Informationsdefiziten, Ressourcenmangel und Prozessunsicherheit (Details: ZEW/VDMA-Gutachten 2024, PDF). (ZEW-PDF) (zew.de)
Wenn Du im Maschinenbau entwickelst, ist die wichtigste Frage nicht „ob“ – sondern wie viel Forschungszulage Du Dir pro Jahr sicher holen kannst.
Ich unterstütze Dich dabei über dieforschungszulage.de – mit einem Ansatz, der auf Zahlen, Nachweislogik und Praxisprozesse ausgelegt ist.
FAQs
1) Welche Maschinenbau-Projekte sind typischerweise förderfähig?
Förderfähig sind FuE-Vorhaben, bei denen Du technologische Unsicherheiten systematisch löst – z. B. neue Fertigungsverfahren, Automatisierung/Robotik, digitale Steuerungen, Sensorik, KI-gestützte Qualitätssicherung oder neuartige Prüfstände. Entscheidend ist nicht „Weltneuheit“, sondern Neuheit + technisches Risiko + planmäßiges Vorgehen.
2) Ist Prototypenbau im Maschinenbau förderfähig?
Ja – wenn der Prototyp Teil eines FuE-Vorhabens ist (z. B. zur Validierung, zum Testen, zur Iteration) und Du damit eine technische Unsicherheit adressierst. Reiner Vorserienbau/Industrialisierung ohne FuE-Charakter ist meist nicht förderfähig.
3) Welche Kosten können wir ansetzen (und was ändert sich 2026)?
Typisch sind:
- Personalkosten für Entwicklung/Konstruktion/Versuch/Software, soweit klar dem FuE-Vorhaben zuordenbar
- Auftragsforschung / externe FuE-Aufträge (seit 28.03.2024 zu 70 % ansetzbar; i. d. R. für Auftragnehmer in EU/EWR)
- Abschreibungen (AfA) auf bewegliche Wirtschaftsgüter (z. B. Maschinen, Prüfstände), wenn sie ausschließlich für das FuE-Vorhaben genutzt werden (förderfähig für Anschaffungen/Herstellungen nach dem 27.03.2024)
- Ab 01.01.2026: Gemeinkostenpauschale von 20 % (für Vorhabenbeginn nach dem 31.12.2025) sowie Eigenleistungen bei Einzelunternehmen/Mitunternehmerschaften pauschal mit 100 €/h (max. 40 h/Woche)
4) Wie hoch ist die Förderung – und wie viel ist maximal drin?
Die Forschungszulage beträgt 25 % der förderfähigen Aufwendungen (für KMU 35 % seit 28.03.2024).
Die Bemessungsgrundlage hängt vom Zeitpunkt der Aufwendungen ab:
- bis 27.03.2024: max. 4 Mio. €
- 28.03.2024 bis 31.12.2025: max. 10 Mio. €
- ab 01.01.2026: max. 12 Mio. €
Damit liegt der theoretische Jahresrahmen je nach Zeitraum und Unternehmensstatus entsprechend höher (KMU profitieren zusätzlich über die 35%-Quote).
5) Können wir rückwirkend beantragen?
Ja. Aufwendungen können rückwirkend geltend gemacht werden – solange die Festsetzungsfrist für den jeweiligen Steuerbescheid noch läuft. Regelmäßig beträgt sie 4 Jahre, der Beginn hängt jedoch u. a. davon ab, wann die Steuererklärung abgegeben wurde; außerdem kann sich die Frist durch Ablaufhemmungen verlängern oder in Sonderfällen 5 bzw. 10 Jahre betragen.
6) Wie gut sind die Chancen im Maschinen- und Anlagenbau?
Sehr solide: In der Branche wurden laut ZEW/VDMA-Auswertung bis Ende Januar 2024 86 % der Vorhaben positiv oder teilpositiv beschieden. Das ist ein starkes Signal, dass Maschinenbau-FuE grundsätzlich gut zum Instrument passt.
7) Was sind die größten Praxisrisiken – besonders beim Finanzamt?
Aus meiner Erfahrung sind die häufigsten Bremsen:
- Unklare FuE-Abgrenzung (zu wenig „technische Unsicherheit“ und Lösungslogik)
- Schwache Nachvollziehbarkeit bei Personalkosten (Stundenlogik, Rollen, Kostensätze)
- Nachfragen/Nachforderungen des Finanzamts: Laut VDMA/ZEW hatte etwa jedes zweite Unternehmen im Prozess Nachfragen oder zusätzliche Unterlagenanforderungen
Wer das von Beginn an sauber aufsetzt, spart Monate.
8) Lohnt sich externe Unterstützung – oder geht das auch intern?
Grundsätzlich geht es auch intern, aber in der Praxis nutzt laut VDMA-Umfrage der Großteil der Maschinenbau-Unternehmen Unterstützung (z. B. für Vorhabenbeschreibung und Kostenlogik). Der Hebel liegt nicht im „Formular ausfüllen“, sondern in sauberer FuE-Argumentation + prüffähiger Dokumentation.